Masterarbeit (laufend)

Yavuz Derin

Bauingenieurwesen

Untersuchung zum Einsatz geotextiler Schläuche für die Entwässerung mineralischer Schlämme aus der Abwasserbehandlung

Auf der Werksdeponie des REMONDIS Lippewerks werden in den Abfalleinlagerungsbereichen Schlämme aus der Sickerwasserbehandlung deponiert. Da gemäß Deponieverordnung flüssige Abfälle nicht zur Entsorgung auf Deponien zugelassen sind, müssen diese Schlämme vorab entwässert werden. Die Entwässerung erfolgt derzeit über Sedimentationsbecken in Form von Erdbecken, welche sich direkt auf der Werksdeponie befinden. Der entwässerte Schlamm kann somit vor Ort ausgebaggert und eingelagert werden. Die Sedimentationsbecken befinden sich auf einem Deponieabschnitt, der mittelfristig überbaut wird, weshalb eine alternative Entwässerungsanlage erforderlich ist.

Hierzu wurde bereits die Möglichkeit einer Entwässerung mittels Kammerfilterpresse erprobt und grundsätzlich als geeignet bewertet. Sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten sind bei dieser Variante allerdings vergleichsweise hoch – ein robusteres und kostengünstigeres System könnte in Form von geotextilen Entwässerungsschläuchen bestehen. Diese sind als Kissen unterschiedlicher Abmessungen ausgebildet und bestehen aus einem geotextilen Filtergewebe, wodurch Wasser aus dem Kissen entweicht und der Feststoff zurückgehalten wird. Dem Kissen werden kontinuierlich Schlamm und geeignete Flockungshilfsmittel zugeführt, die so aufeinander abgestimmt sind, dass eine möglichst geringe Entwässerungszeit bei gleichzeitig hohem Feststoffgehalt im zurückbleibenden Filterkuchen entsteht.

Ziel der Arbeit ist es, den möglichen Einsatz von geotextilen Entwässerungsschläuchen zur Entwässerung des Schlamms aus der Deponiesickerwasserbehandlungsanlage des REMONDIS Lippewerks zu erproben und zu bewerten. Hierzu ist neben einer labormaßstäblichen Erprobung auch ein großtechnischer Versuch zur Ermittlung der erforderlichen Betriebsparameter vorgesehen.